Mandalabeet im Garten anlegen

Mandala Garden System

Rund, produktiv und schön ...


Hierzulande sieht man zumeist quadratische Beete, sie scheinen am einfachsten aufgebaut und am schnellsten bestellt zu sein. Ein etwas anderes Gartenkonzept habe ich vor einigen Jahren in der Permakultur kennengelernt. Die so genannten Mandala Beete sehen nicht nur harmonisch aus sondern sollen durch ihre runde Form auch den Ertrag steigern.

Was ist ein Mandala?

Wikipedia sagt dazu wörtlich: "Mandala (Sanskrit, n., मण्डल, maṇḍala, „Kreis“, tib.: དཀྱིལ་འཁོར།, dkyil 'khor) ist ein figurales oder in der Form des Yantra geometrisches Schaubild, das im Hinduismus und Buddhismus in der Kultpraxis eine magische oder religiöse Bedeutung besitzt. Ein Mandala ist meist quadratisch oder kreisrund und stets auf einen Mittelpunkt orientiert. (...)" (Quelle: Wikipedia 2018)

1. Das Mandala Beet

Ein Mandala Beet fügt sich durch seine organischen Formen hervorragend in einen Garten ein. Es ist nicht nur nützlich sondern auch fürs Auge interessant. Man kann beim Anlegen eines Mandalabeetes seiner Fantasie freien Lauf lassen und die Beet entweder wie in Abbildung 1 zu sehen, in Strahlen auf die Mitte zukommen lassen oder wie in Abbildung 2 die Beete in Kreisform um die Mitte verlaufen lassen. Außerdem wie in Abbildung 4 zu sehen, kann ein runder Schlüssellochgarten (Keyholegarden) angelegt werden. Dies sind nur einige Beispiele. Rund um das Mandala Beet können z.B. westwärts als Windblockade Johannisbeersträucher gepflanzt werden um das Gemüse vor Wind zu schützen und ein Kleinklima herzustellen. Auf der Nordseite können z.B. Obstbäume gepflanzt werden. Nach Süden hin sollte das Beet frei bleiben um eine gute Sonneneinstrahlung und viel Licht für das Gemüse zu gewährleisten.

2. Der Mandala Market Garden

Die Autorin Linda Woodrow schrieb vor einigen Jahren das Buch "The Permaculture Home Garden" in dem sie eine Vielzahl ihrer Gestaltungskonzepte für permakulturelle Elemente im Hausgarten vorstellt. Eines davon ist der so genannte Mandala Market Garden.

 

In der Permakultur versucht man möglichst viele Elemente eines Gartens miteinander zu verbinden. Jedes Element sollte zudem viele Funktionen besitzen. So kann z.B. ein Obstbaum im Garten zugleich Schattenspender, Nahrungslieferant, Rankhilfe und Bienenweide in einem sein wenn man ihn optimal im Garten platziert.

Aufbau des Mandala Beetes

Mandala Market Garden Beet

1. Beete

Das Mandala Beet nach Linda Woodrow besteht aus 6 kreisförmigen Beeten die eine runde Mitte umgeben.

 

2. Oase für Nützlinge

 

In der Mitte sollte sich eine kleine Oase für Nützlinge befinden. So z.B. ein kleiner Mini Teich mit Steinen um Eidechsen oder Kröten anzulocken, die sehr gern auf die Jagd nach Schnecken gehen und somit sehr nützlich für den Garten sind. Auch ein kleiner Baum und eine Vogeltränke können sehr nützlich sein.

 

3. Hühnertraktor

 

Außerdem sollen die Hühner mit Hilfe eines Hühnertraktors immer eines der 6 Beete bearbeiten und so dem Gärtner allerhand Arbeit abnehmen.

Dieses Hühnersystem ist ein gutes Beispiel wie die Permakultur versucht verschiedenen Elemente zusammenzubringen und sie alle miteinander verbindet.

Die Hühner benötigen ca. 2 Wochen um aus einem abgeernteten Beet ein neu bepflanzbares Beet herzustellen. Sie fressen alle Beikräuter, Gras und Gemüsereste die sich noch auf dem Beet befinden genauso wie Schneckeneier oder Engerlinge, die dem Gemüse schaden können. Außerdem Scharren die Hühner und lockern den Boden. Sie düngen ihn mit ihren Ausscheidungen. Außerdem ernähren sie sich von Gemüseresten, Gras und Beikräutern was die Futterkosten senkt und zur Gesundheit der Hühner beiträgt.

 

4. Obstbäume und Beerensträucher

Für eine erhöhte Produktivität der Beete und Vielfalt im Garten setzt Woodrow zwischen die Beete im äußeren Bereich auch noch kleine Obstbäume und Beerensträucher. Hier kann wieder auf die bewährte Methode der einzelnen Schichten zurückgegriffen werden und am Boden Kräuter gepflanzt werden, dann Beerensträucher und Bäume und der Stamm des Baumes kann z.B. für KiwiBeeren als Klettergerüst dienen. Alles in Allem können hier Nutzpflanzengemeinschaften gepflanzt werden.

 

5. Elemente für Nützlinge und zur Erschaffung eines Kleinklimas

Weitere Elemente die in das Mandala Beet eingefügt werden können sind z.B. Steinpyramiden oder Natursteinmauern. Sie dienen zum Einen als Unterschlupf für Nützlinge und können wenn sie gut platziert sind auch als Windschutz dienen und ein hervorragendes Kleinklima zum Gemüseanbau kreieren. Die Steine sammeln über den Tag die Sonnenenergie in Form von Wärme die sie dann in der kühleren Nacht an ihre Umgebung abgeben.


Video zum Mandalabeet


Mandala Schlüssellochgärten (Keyhole Garden)

Der Fantasie sind bei Mandalagärten im Design keine Grenzen gesetzt. Eine weitere Möglichkeit runde Beete zu erstellen sind die so genannten Schlüssellochgärten. In Hochbeetform wurden sie ursprünglich für dritte Weltländer erfunden um dort den Familien zu ermöglichen sich rund um die Uhr mit frischem Gemüse zu versorgen.

Sie heißen Schlüssellochgarten weil sie aus der Vogelperspektive aussehen wie ein Schlüsselloch.

Das Besondere an diesem System ist der integrierte Kompost im Beet, der für eine stetige Düngung der Pflanzen sorgt. Verwelkte blätter und Pflanzenreste wandern sofort in die Mitte des Beetes und sorgen dort für immer neuen Kompost.


Unser Mandala Beet

Aus Platz Gründen haben wir uns für eine leichte Abwandlung des Mandala Market Gardens entschieden und uns auf traditionelle 4 Beete um eine Mitte herum entschieden. So können wir eine gute Rotation der Früchte gewährleisten. In unserer Mitte wächst ein Apfelbaum, ein Halbstamm, der bei guter Größe in einigen Jahren für ein besseres, feuchteres Kleinklima sorgen soll und uns leckere Äpfel liefern wird.

 

Die Wege zwischen den Beeten haben wir mit Hackschnitzeln aufgefüllt um das Gras fern zu halten und dem Baum als Mulchschicht zu dienen.

Eine Umrandung der Beete mit Natursteinen ist geplant, genauso wie der Bau eines Hühnertraktors um die Beete zu bearbeiten.

 

Auf der Westseite habe ich eine kleine Johannisbeerhecke und 3 rankende Kiwis als Windschutz und Nahrungslieferant gepflanzt. Mehrere, kleine Buschbäume stehen ebenso am Rand.

 

An der Südseite ist ein kleiner Teich als Biotop, Lebensraum für Nützlinge und Wasserstelle für Insekten und Vögel geplant und bereits in Arbeit.

 

An der Nordseite haben wir einen Tunnel errichtet der gleichzeitig Gartenweg und Rankgerüst sowie Sicht- und Windschutz ist. Dort wachsen Taybeeren, Loganbeeren und Akebien.



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